22.01.2026
Hamburg Open 2026: Starker Jahresauftakt für netorium
Weichenstellung für die Medienproduktion: Die wichtigsten Trends der Hamburg Open 2026
Mit über 200 Ausstellenden und 2.700 Fachbesuchenden hat die Hamburg Open 2026 am 14. und 15. Januar wieder einmal bekräftigt, warum sie zu den wichtigsten Treffpunkten der DACH-Region für Broadcast und Medientechnologie gehört. netorium war gemeinsam mit starken Partnern vor Ort vertreten, um sich über aktuelle Entwicklungen, neue Technologien und strategische Weichenstellungen der Medienproduktion auszutauschen.
Die wichtigsten Takeaways 2026 aus unserer Sicht:
Der Transformationsdruck steigt
Applikationen und Workflows rücken in den Vordergrund. Mit dem fortschreitenden Ausbau und den immer ausgefeilteren, IP basierten Infrastrukturen verändert sich der Fokus der Medienhäuser. Nicht mehr die Infrastruktur selbst ist das zentrale Thema, sondern die medienspezifischen Anwendungen und Services, die auf ihr laufen
Von zentraler Bedeutung dabei sind diese Themen:
Workflow-Modellierung und -Automatisierung über die gesamte Wertschöpfungskette
Unternehmensweite Prozessharmonisierung zwischen Produktion, Redaktion, Planung und IT
Orchestrierung komplexer Workflows in hybriden und cloudbasierten Umgebungen
Stabiler Betrieb und durchgängiger Support
Verbunden mit dem Perspektivwechsel, der konsequent von der Applikation ausgeht, stellt sich weiterhin die Frage nach hybriden Ansätzen, die nicht ausschließlich in der Cloud verortet sind.
Wichtig bleibt für jeden Transformationsschritt die fundierte Analyse der individuellen Anforderungen und ein maßgeschneidertes Lösungsdesign, das bestehende Ökosysteme clever weiterentwickelt. Besonders in den öffentlich-rechtlichen Häusern muss der Investitionsstau der letzten Jahre aufgelöst und die Infrastruktur klug in die Zukunft geführt werden.

Intelligente Ingest-Prozesse bestimmen die Transformationsstrategie
Sehr starkes Interesse zeigte sich beim Thema Ingest, dem im Zuge der digitalen Transformation strategische Bedeutung zukommt. Auf entsprechend große Aufmerksamkeit stieß deshalb auch der Vortrag von Andreas Lautenschläger mit seinen Einschätzungen unter dem Titel „Horizon 2030 - Next Generation Ingest“.
Einige wichtige Erkenntnisse daraus:
Cloud, Container & SDI dominieren den Ingest 2030:
Ingest wird vollständig softwaredefiniert, containerisiert und dynamisch skalierbar betrieben werden (Kubernetes, OCI, MultiCloud).AI automatisiert den gesamten Ingest Workflow:
KI übernimmt Echtzeitanalyse, ContentTrigger, MetadatenTagging und steuert Ressourcen über AI-gestützte Orchestrierung.Zero Trust & C2PA sichern Herkunft und Integrität:
Künftige IngestSysteme garantieren Authentizität über JUMBFMetadaten, digitale Signaturen und ZeroTrustArchitektur.
Mehr dazu gibt’s auch im Whitepaper „Horizon 2030 – Next Generation Ingest“ auf der netorium Website.
Dynamic Media Facility als Referenzarchitektur
Ein weiteres Thema, das in vielen Gesprächen auf der Hamburg Open 2026 mitschwang war die zunehmende Relevanz des DMF-Konzepts der EBU, das sich als Referenzarchitektur für softwaredefinierte, hochgradig flexible Produktionsumgebungen versteht. Medienfunktionen sind dabei nicht mehr statisch in Hardware eingebettet, sondern werden containerisiert, orchestriert und dynamisch bereitgestellt. Besonders im Kontext von hybriden Infrastrukturen gewinnt DMF an Bedeutung: Es ermöglicht eine konsistente Steuerungs- und Ressourcenebene über On-Prem, Edge und Cloud hinweg und fördert echte Vendor-Interoperabilität. Für viele Medienhäuser ermöglicht DMF damit den Übergang von gewachsenen, heterogenen Systemlandschaften hin zu skalierbaren, serviceorientierten Produktionsplattformen.

Datensouveränität bewegt
Mit der gerade gelaunchten AWS-Cloud-Region in Europa stand auch das Themenfeld Datenhoheit bzw. Digital Sovereignty sehr im Fokus. Der Austausch am Stand dazu war mehr als rege:
Wie positionieren sich öffentlich-rechtliche und private Medienhäuser strategisch zur „European Sovereign Cloud“?
Wie wird sie hinsichtlich ihrer Souveränitäts- und Nachhaltigkeitsanforderungen eingeschätzt?
Und welche Alternativen werden als realistisch angesehen?
Die aktuelle Auseinandersetzung mit der Souveränität ging dabei z.T. weit über die rein technologische Ebene hinaus, für einen guten Diskurs und zukunftsfähige Entscheidungen ist fundiertes technologisches Wissen aber die Basis.
Postproduktion im Wandel
Auch in der Postproduktion zeigen sich klare Verschiebungen, die die Branche 2026 prägen werden. Besonders die rapide steigenden Kosten für performanten Produktions- und Nearline-Speicher setzen viele kleine und mittlere Häuser unter Druck: Während der Content-Output weiterwächst und Formate hochauflösender werden, bleiben Budgets häufig stabil oder sinken sogar. Erweiterungen und Replacements müssen deshalb noch sorgfältiger geplant und optimiert werden. Dabei gewinnen tiered Storage-Modelle an Bedeutung, die bedarfsgerecht zugeschnitten werden können.
Parallel verstärkt sich auch in der Postproduktion jenseits der großen Broadcaster der Trend hin zu integrierten Workflows: Tools, die mehrere Stationen im Prozess gleichzeitig abdecken können, gewinnen an Bedeutung - vom unmittelbaren Dailies-Management über automatisierte QC-Prozesse bis hin zu Editing- und Finishing-nahem Arbeiten in einem konsistenten technologischen Ökosystem. Das Ergebnis: Weniger Systembrüche, geringere Übergabekosten und verbesserte Prozesssicherheit.
Nicht zuletzt bleibt die zunehmende Direktintegration von KI in der Postproduktion ein Treiber in der Entwicklung. Externe Tools für Analyse, Transkription, Upscaling oder Cleanups werden auch hier immer häufiger nativ in Schnitt-, Grading- oder Asset-Management-Systeme integriert. KI-generierte oder -optimierte Inhalte erreichen zudem verstärkt Qualitätsniveaus und Datenformate, die postproduktionswürdig sind – etwa in ACES-Pipelines oder für HDR-Workflows.

Starke Partnerschaften bleiben entscheidend
Mit am Stand bei netorium in diesem Jahr waren Harmonic, LiveU, ObviousFuture, SDVI und Telos Alliance. Mit all diesen Herstellern verbindet netorium langjährige und vertrauensvolle Partnerschaften, die von intensivem Austausch leben. All diese Partner bieten innovative, technologische Lösungen für die drängendsten Transformationsthemen der medienschaffenden Industrie: IP-Migration, Cloud- und Hybridstrategien, AI-gestützte Workflows, Supply-Chain-Management, Workflow-Orchestrierung, usw. Die Resonanz der Besucher war entsprechend groß.
Als partnerschaftlich versteht netorium auch die Beziehungen zu den Kunden. Denn zukunftsfähige Projekte entstehen nicht in Silos, sondern im Zusammenspiel von Kunde / Anwender, Berater und Hersteller —in offenen, iterativen Prozessen. Kunden sind nicht mehr bloße Empfänger einer Leistung, sondern Mitgestalter und Partner. Dadurch entsteht erfolgreiche Transformation.
Matthias Letsch, seit 01. Januar als neuer Technischer Leiter an Bord von netorium, fasst es so zusammen: „Technologie allein transformiert keine Medienhäuser – es sind die Menschen und Partnerschaften dahinter. Gemeinsam mit Kunden und Partnern entwickelt netorium Lösungen, die individuelle Anforderungen respektieren und bestehende Ökosysteme intelligent in die Zukunft führen. Darin sehe ich unsere Aufgabe für 2026 und auch danach.“
I LIKE MINT – Spendenaktion für MINT-Bildung: Aktion verlängert
Mit der Spendenaktion „I LIKE MINT“ sammelte netorium am Stand Likes zugunsten der KITA Europaviertel in Wiesbaden. Die Idee: Für jeden Like auf diesen LinkedIN Post spendet netorium nach Aktionsende 5 Euro für den Ausbau der kitaeigenen Werkstatt zum MINT-Labor. Die Aktion läuft noch bis zum 14.02. (oder bis das Budget aufgebraucht ist).

Die nächste Hamburg Open findet am 20. und 21. Januar 2027 in Hamburg statt. netorium freut sich schon darauf.


















