30.04.2026
NAB SHOW 2026

Belastbare Antworten auf dringende Fragen
Ein Recap. Die Tage in Las Vegas waren „fully packed“ – wie immer - mit unzähligen Gesprächen und Demos, mit Kunden und Partnern und nicht zuletzt mit enorm vielen guten Ideen. Eine zentrale (und sehr optimistisch stimmende) Erkenntnis: Die Medienbranche ist einen entscheidenden Schritt weiter. Es geht nicht mehr um Visionen, sondern um konkrete Lösungen für konkrete Herausforderungen.
KI in Anwendung – nicht als Versprechen, sondern als Werkzeug
Künstliche Intelligenz war überall präsent – und zwar überraschend nüchtern. Kaum jemand sprach über „Disruption“, fast alle über konkrete Entlastung im Alltag im Kleinen wie im Großen, z.B.
Qumulo zeigt mit Neural Search, wie KI direkt im Storage‑Workflow arbeitet – integriert über AWS Bedrock/Claude, um Inhalte schneller auffindbar zu machen.
Maxon nutzt KI gezielt, um Kreative von monotonen Aufgaben zu befreien – nicht, um Kreativität zu ersetzen.
Harmonic zeigt mit VOS, wie KI operative Effizienz und Monetarisierung verbindet – z.B. mit kontextbasierter Werbeplatzierung, automatischer Ad-Breaks & SCTE‑35 Erkennung ohne Marker, AI‑basierten Untertiteln, Echtzeit‑Highlights, Übersetzung & Voice Cloning usw.
MediaProxy erweitert seinen LogPlayer um KI‑gestützten Zugriff auf Inhalte & Metadaten sowie automatisierte Sponsoring‑Analyse.
Interra Systems setzt mit #BATON und #ORION konsequent auf KI für QC, Captioning, Übersetzung, Speaker‑Diarisation und die Erkennung komplexer Bildfehler und macht QC damit schneller, reproduzierbarer und skalierbar.
LiveU LU900Q leitet eine neue Ära auf Encoderseite ein: Dank integrierter Intelligenz und eSIM-Technologie wird agiler Providerwechsel forciert, was für weitere Sendesicherheit in schwierigsten Umgebunden sorgt.
Telestream stellt in Vantage AI Module zur Verfügung, mit denen Audio intelligent analysiert, übersetzt und zusammengefasst, Bildinhalte analysiert und Ausschnitte (Reframing) automatisiert angepasst werden können.
Jünger Audio optimiert mittels KI das algorithmische Audio Processing und erhält damit geringe Latenzen und volle Kontrollierbarkeit.
"Auffällig ist der gemeinsame Nenner: KI ist immer Mittel zum Zweck, nie Selbstzweck."
Workflow‑Orchestrierung & Automation – von nice‑to‑have zu Voraussetzung
Automation ist kein Optimierungsprojekt mehr für später, sondern die Grundvoraussetzung für skalierbare Produktion. Spannend u.a.:
AirFrame.One eliminiert manuelle Proxy‑Workflows und verschiebt Rechenleistung dahin, wo sie gebraucht wird.
SDVI überzeugt mit komplett neu gestalteter Orchestrierungs-Engine, basierend auf einer deklarativen Architektur, welche die Kontrollebene von der Datenebene trennt. Die Folge: Mehr Leistung, mehr Einfachheit und der Weg zur KI gesteuerten Automatisierung.
Fonn Group: Mimir lässt sich mit einer Vielzahl von KI-Technologien zur automatischen Anreicherung von Metadaten integrieren. So lässt sich mit Content flexibel und intuitiv arbeiten und die Zeitersparnis bei der Materialsuche für kreative Prozesse einsetzen.
Harmonic verdoppelt mit Spectrum™ X Plus die Kanaldichte und optimiert Playout‑Workflows signifikant
LiveU fokussiert sich auf Automatisierung und das Verbinden von Redaktion, Produktion und Distribution in einem Ecosystem
„Was bislang noch immer manuell, fragmentiert und fehleranfällig war, wird jetzt zunehmend durchorchestriert. Das Ergebnis: Mehr Inhalte schneller und mit weniger Ressourcen im Markt.“
Remote Production & verteilte Workflows – Realität, kein Sonderfall
Sport, News oder Postproduktion – keine Sparte produziert NICHT (wenigstens auch) remote. Zielführende Ansätze sehen wir u.a. bei
AirFrame.One: Daten bleiben, wo sie sind – der Editor kommt zum Material. Produktionsbewährt, mit Milliarden verarbeiteter Frames im 24/7‑Betrieb.
Qumulo löst das Thema auf Storage‑Ebene für große, global verteilte Teams mit gemeinsamem Datenzugriff.
Vizrt setzt ebenfalls verstärkt auf Einsatz von KI Bausteinen, wie das AI Studio oder AI Keyer. In Zusammenarbeit der einzelnenn Komponenten entstehen gänzlich neue Story Telling Möglichkeiten.
arkona technologies kombiniert erfolgreich die Flexibilität softwaredefinierter Systeme mit der konstanten Leistung, die für Live Produktionen unverzichtbar ist -angetrieben von FPGA-Technologie auf den AT300-Blades
„Die Herausforderung ist überall dieselbe: Optimierter Datenzugriff für verteilte Teams auf der ganzen Welt.“
SaaS statt Hardware – getrieben von Realität
Lieferengpässe, volatile Preise (NVMe‑Kosten teils verdreifacht) und Planungsunsicherheit treiben den Shift:
Weg von kapitalintensiver Spezial‑Hardware
Hin zu verbrauchsbasierten, skalierbaren SaaS‑Modellen
Nicht als All‑Cloud‑Dogma, sondern häufig hybrid gedacht – je nach Workload, Latenz‑ und Kostenanforderung.
Fast schon entgegenzustehen scheint dem der sehr physische, fast nostalgisch anmutende Tape-Trend, der aus der Not eine Tugend macht. Quantum bspw. bietet äußerst energieeffiziente Speicherformen, die nicht auf perfekte Kühlung angewiesen sind und auch in puncto Energieverbrauch ganz schlank daherkommen.
Drei Bewegungen prägen die Branche
1. Weniger manuelle Prozesse, mehr Automation
2. Weniger zentrale Standorte, mehr verteilte Teams
3. Weniger Hardware, mehr SaaS
KI ist dabei das Bindemittel, das diese Transformation praktisch befeuert und ermöglicht – nicht als Ersatz für Kreativität, sondern als Beschleuniger für Prozesse.
Wer jetzt nicht in skalierbare, cloud‑fähige und automatisierbare Workflows investiert, wird in wenigen Jahren mit Strukturen kämpfen, die nicht mehr tragfähig sind.
Wir haben in jedem Fall viele Impulse mitgenommen – und vor allem das gute Gefühl, dass die Branche nicht nur redet, sondern handelt. Wir sind gespannt, wie sich das bis zur NAB 2027 weiterentwickeln wird.





















